StartNewsWärmepumpen-Hammer im Altbau: Diese Technik spart 25 % mehr Strom

Wärmepumpen-Hammer im Altbau: Diese Technik spart 25 % mehr Strom

Der Mythos vom Stromfresser im Altbau wackelt

Lange Zeit hielt sich unter Hausbesitzern hartnäckig das Gerücht, dass Wärmepumpen nur in perfekt gedämmten Neubauten wirtschaftlich funktionieren. Doch eine umfassende Langzeit-Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) beweist nun das Gegenteil für ältere Bestandsgebäude.

Die Experten untersuchten über vier Jahre hinweg die reale Leistung von 77 Anlagen in Häusern, die teilweise fast 200 Jahre alt sind. Dabei filterten die Forscher einen klaren Favoriten heraus, der deutlich mehr Wärme aus jeder eingesetzten Kilowattstunde Strom herausholt.

Erstaunliche Ergebnisse bei echten Altbauten

Die untersuchten Gebäude stammten aus den Baujahren 1826 bis 2001 und repräsentieren somit den typischen deutschen Gebäudebestand. Das Team des Fraunhofer ISE analysierte dabei 61 Luft-Wasser-Wärmepumpen und 16 Systeme, die Erdwärme als Energiequelle nutzen.

Im Fokus der Untersuchung stand die sogenannte Jahresarbeitszahl, welche das Verhältnis von erzeugter Wärmeenergie zum verbrauchten Betriebsstrom angibt. Die Ergebnisse zeigen schwarz auf weiß, dass modernes Heizen auch ohne Kernsanierung überraschend effizient sein kann.

Der ungeschlagene Champion der Effizienz

Während Luft-Wärmepumpen im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 erreichten, spielten Erdwärmepumpen in einer ganz anderen Liga. Diese Systeme lieferten im Mittel den Wert von 4,3, was einer massiven Steigerung der Energieausbeute entspricht.

Einige der erdbasierten Anlagen erreichten in der Spitze sogar Werte von bis zu 5,4 und arbeiteten damit extrem sparsam. Laut den Forschern liefern Erdsonden im Schnitt rund 25 Prozent mehr Heizenergie pro eingesetzter Strommenge als die luftbasierte Konkurrenz.

Warum sich der Mehraufwand langfristig auszahlt

Der entscheidende Vorteil der Erdwärme liegt im konstanten Temperaturniveau des Bodens, das auch bei eisigem Frost nicht einbricht. Im Gegensatz dazu verlieren Luft-Wärmepumpen an Effizienz, sobald die Außentemperaturen stark in den Minusbereich sinken.

Zwar erfordern Erdbohrungen höhere Anfangsinvestitionen und eine aufwendigere Planung als die einfache Aufstellung einer Außeneinheit. Doch wer langfristig denkt und die Betriebskosten im Altbau minimieren will, findet hier laut Fraunhofer-Studie das größte Sparpotenzial.

Zusammenfassung

  • Fraunhofer ISE untersuchte 77 Wärmepumpen in Altbauten über vier Jahre
  • Erdwärmepumpen sind mit einer Jahresarbeitszahl von 4,3 der klare Effizienz-Sieger
  • Systeme mit Erdsonden liefern rund 25 % mehr Wärme pro Kilowattstunde Strom als Luft-Systeme

Häufige Fragen

Welche Wärmepumpe ist im Altbau am effizientesten?

Laut einer Langzeitstudie des Fraunhofer ISE sind Erdwärmepumpen im Altbau am effizientesten. Sie erreichen eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 4,3 und liefern damit rund 25 Prozent mehr Wärme pro Kilowattstunde Strom als Luft-Wärmepumpen.

Lohnt sich eine Wärmepumpe in einem ungesanierten Haus?

Ja, die Fraunhofer-Studie zeigt, dass Wärmepumpen auch in Gebäuden aus den Jahren 1826 bis 2001 zuverlässig und effizient arbeiten können. Selbst Luft-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine solide Jahresarbeitszahl von 3,4.

Quelle: Wie das Fraunhofer ISE in seinem Forschungsprojekt ermittelte.

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