Ein Garten ist der perfekte Ort, um dem Alltag zu entfliehen und die Natur zu genießen. Gerade für Anfänger kann es jedoch eine Herausforderung sein, den
Garten nachhaltig zu gestalten. Oft stellt sich die Frage, wie man starten soll, ohne
sich sofort mit komplexem Fachwissen oder aufwendigen Techniken beschäftigen zu
müssen.
Die gute Nachricht: Es ist viel einfacher, als man anfangs vielleicht denkt.
Nachhaltigkeit im Garten erfordert keine komplizierten Maßnahmen, sondern beginnt
mit einfachen, aber effektiven Entscheidungen, die sowohl der Umwelt als auch dem
eigenen Garten zugutekommen. Die Wahl der richtigen Pflanzen, der bewusste
Umgang mit Ressourcen und nachhaltige Pflegetechniken helfen dabei, eine
umweltfreundliche und attraktive Grünfläche zu schaffen – und dafür muss man nicht
einmal ein Profi sein!
Die perfekte Pflanzenwahl treffen
Entscheide Dich bei der Gartengestaltung vor allem für heimische Pflanzen, die
gut an das lokale Klima und die Bodenverhältnisse angepasst sind. Diese benötigen
deutlich weniger Pflege und sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und
Schädlingen, wodurch der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln vermieden werden kann. Exotische und invasive Pflanzenarten hingegen tragen leider oftmals dazu bei, dass die heimische Flora verdrängt wird und erfordern einen hohen Pflegeaufwand.
Heimische Pflanzen fördern zudem die Biodiversität, da sie Nahrung und
Lebensraum für einheimische Insekten und Tiere bieten:
- Bienenfreundliche Pflanzen: Blühende Stauden wie Sonnenhut, Wildrosen, Schafgarbe und Wiesensalbei liefern reichlich Pollen und Nektar. Neben Lavendel, Thymian und Salbei bieten auch Klee, Kornblumen und Glockenblumen eine ergiebige Nahrungsquelle.
- Pflanzen für Schmetterlinge: Schmetterlinge bevorzugen nektarreiche Blüten wie Sommerflieder, Dost, Fetthenne und Natternkopf. Auch Königskerze, Skabiose, Disteln und Hornklee locken viele Arten an.
- Vogelfreundliche Sträucher und Gehölze: Sträucher wie Sanddorn, Schlehe und Weißdorn bieten nicht nur Schutz, sondern auch vitaminreiche Beeren. Holunder, Eberesche, Hagebuttensträucher und Liguster sind ebenfalls ideale Futterquellen für viele Vogelarten.
- Pflanzen für Igel und andere Kleintiere: Dichte Hecken aus Haselnuss, Brombeeren und Weißdorn bieten Unterschlupf und Schutz. Auch Laub- und Totholzhaufen dienen als natürliches Versteck.
Ressourcenschonender Umgang im Garten
Nachdem die Entscheidung für die passenden Pflanzen getroffen wurde und alles
eingepflanzt wurde, kommt nun der sparsame Umgang mit Wasser ins Spiel.
Statt Leitungswasser zu nutzen, bietet sich das Sammeln von Regenwasser an. Eine
Regentonne ermöglicht beispielsweise eine umweltfreundliche und kostengünstige
Bewässerung und hilft dabei, Trinkwasser zu sparen. Zudem sollte die Gießmenge
an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst sein.
Eine weitere effektive Methode, Wasser zu sparen, ist der gezielte Einsatz von
Mulch. Mulchschichten aus organischen Materialien wie Rindenmulch oder Laub auf
Beeten und rund um Pflanzen verhindern, dass Feuchtigkeit zu schnell verdunstet
und bieten gleichzeitig einen natürlichen Schutz vor Unkraut. Diese Methode
reduziert den Pflegeaufwand erheblich, da Unkraut weniger Chancen hat, sich
auszubreiten, und seltener gegossen werden muss.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die richtige Wahl der Pflanzgefäße. Terrakottatöpfe
beispielsweise regulieren die Feuchtigkeit besser als Kunststoffgefäße und
verhindern Staunässe. Wer auf eine noch nachhaltigere Lösung setzen möchte, kann
Behälter wie alte Holzkisten oder Steingutgefäße nutzen, um Wasserverdunstung
weiter zu minimieren.
Die ideale Pflegeroutine finden
Ein nachhaltiger Garten schließt auch die richtige Pflege mit ein, um ihn langfristig in
schönem Zustand zu halten.
Eine einfache Möglichkeit, den Garten pflegeleicht zu gestalten, ist der Einsatz von
bodendeckenden Pflanzen. Diese Pflanzen breiten sich schnell aus und
unterdrücken das Wachstum von Unkraut, sodass Sie weniger Zeit mit der
Unkrautbekämpfung verbringen müssen. Zudem schützen sie den Boden vor
Erosion, was besonders bei Hanglagen wichtig ist. Gießen Sie Ihren Garten am
besten in den frühen Morgenstunden oder später am Abend, wenn die Sonne nicht
so stark scheint. So verringert sich die Verdunstung und Ihre Pflanzen können das
Wasser effizienter aufnehmen.
Um die Gesundheit des Bodens zu fördern, können Sie auf organische Düngemittel
oder selbst hergestellten Kompost zurückgreifen. Kompost versorgt den Boden mit
wichtigen Nährstoffen und fördert gleichzeitig die biologische Aktivität im Boden, was
für das Wachstum der Pflanzen von Vorteil ist. Diese natürlichen Düngemittel sind
besser für die Umwelt, kostengünstig und verbessern die Bodenstruktur auf lange
Sicht.
Nachhaltige Zäune und Abgrenzungen
Auch bei der Wahl von Zäunen und Abgrenzungen gibt es umweltfreundliche
Gestaltungsmöglichkeiten.
- Natürliche Hecken: Heimische Sträucher wie Hainbuche, Liguster oder Weißdorn bieten Sichtschutz und sind pflegeleicht, robust und fördern die Artenvielfalt im Garten.
- Klassische Holzzäune: Unbehandeltes Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Recyclingkunststoff sind ressourcenschonende Optionen. Zudem lassen sich Holzzäune mit Kletterpflanzen wie Efeu oder Clematis begrünen und optisch aufhübschen.
- Tipp: Achte darauf, den Zaun regelmäßig zu pflegen, indem Du ihn mit umweltfreundlichen, wasserbasierten Lasuren oder Ölen behandeln, die das Holz vor Witterungseinflüssen schützen, ohne schädliche Chemikalien freizusetzen.
- Stein- und Trockenmauern: Natursteinmauern benötigen kaum Pflege, fügen sich harmonisch in das Landschaftsbild ein und bieten wertvolle Unterschlupfmöglichkeiten für Eidechsen, Insekten und Kleinsäugern. Alternativ kann eine Totholzhecke aus gestapelten Ästen und Zweigen gebaut werden.
- Begrünte Drahtzäune: Drahtzäune oder Metallvarianten können ebenfalls nachhaltig gestaltet werden, indem sie mit wuchsfreudigen Pflanzen begrünt werden. Hopfen oder Wilder Wein eignen sich besonders gut, um Zaunelemente zu verschönern und einen natürlichen Sichtschutz zu schaffen.