Stufen und steile Absätze sind der natürliche Feind jeder altersgerechten Gartenplanung, besonders wenn das Grundstück in extremer Hanglage liegt. Regina Messmer aus Engen hat jedoch bewiesen, dass man auch mit fast 70 Jahren keine Kompromisse bei der Barrierefreiheit eingehen muss.
Die Revolution der Ebenen
Gemeinsam mit dem Experten Ingo Schwehr verwandelte sie ihr Hanggrundstück in eine terrassierte Oase ohne eine einzige klassische Treppenstufe. Die Garten- und Landschaftsbauer gliederten die gesamte Fläche in mehrere Ebenen, die durch sanft ansteigende Wege miteinander verbunden sind.
Natursteinmauern fangen dabei nicht nur das Erdreich ab, sondern dienen gleichzeitig als bequeme Sitzgelegenheiten in erhöhter Position. Diese Mauern sind so konstruiert, dass man sich ohne fremde Hilfe wieder erheben kann, was die Selbstständigkeit im Alter massiv fördert.
Smarte Helfer für maximale Freiheit
Um die körperliche Belastung so gering wie möglich zu halten, setzt das Projekt konsequent auf modernste Smart-Garden-Technologie. Ein Mähroboter übernimmt die Rasenpflege, während ein sensorgesteuertes Bewässerungssystem dynamisch auf Temperatur und Regen reagiert.
Besonders raffiniert ist die integrierte Zisterne, die nicht nur die Pflanzen versorgt, sondern auch einen Brunnen aus Cortenstahl speist. Laut Schwäbische.de sorgt dieses Wasserspiel für eine beruhigende Atmosphäre und ist dabei extrem wartungsarm.
Pflanzenwahl mit Weitblick
Bei der Bepflanzung wurde auf eine Mischung aus Robustheit und ganzjähriger Ästhetik geachtet, um den Pflegeaufwand zu minimieren. Zum Einsatz kommen vor allem pflegeleichte Stauden wie der Sonnenhut (Echinacea) und verschiedene Hortensienarten.
Ziergräser wie Chinaschilf und Reitgras verleihen dem Garten Struktur, ohne dass der Besitzer ständig zur Schere greifen muss. Ingo Schwehr betont im Interview: „Besonderheiten neben der Materialauswahl sind auch die Sitzmöglichkeiten auf den Mauern, die höher ausgebildet sind.“
Sicherheit durch Stein und Licht
Ein entscheidender Faktor für die Trittsicherheit ist die Wahl des Bodenbelags, wobei hier auf den extrem robusten Porphyr gesetzt wurde. Dieser Naturstein bleibt selbst bei Nässe rutschfest und verhindert durch eine enge Verlegung gefährliche Stolperfallen für Gehhilfen.
Abgerundet wird das Sicherheitskonzept durch eine strategische Beleuchtung, die alle Wege und Übergänge auch in der Dämmerung klar erkennbar macht. So wird der Garten nicht nur zu einem Rückzugsort am Tag, sondern zu einem sicher nutzbaren Lebensraum rund um die Uhr.
Zusammenfassung
- Vollständige Barrierefreiheit trotz extremer Hanglage durch terrassierte Ebenen
- Einsatz von Smart-Garden-Technik wie Mährobotern und automatischer Bewässerung
- Verwendung von rutschfestem Porphyr-Naturstein für maximale Trittsicherheit
Häufige Fragen
Welcher Bodenbelag eignet sich für einen barrierefreien Garten?
Besonders geeignet ist Porphyr-Naturstein, da er extrem abriebfest, frostbeständig und selbst bei Nässe rutschfest ist. Eine enge Verlegung verhindert zudem Stolperfallen für Rollstühle und Rollatoren.
Wie überwindet man Höhenunterschiede im Garten ohne Treppen?
Höhenunterschiede werden durch terrassierte Ebenen und sanft ansteigende Rampenwege mit maximal 6% Steigung überwunden, die breit genug für Gehhilfen oder Rollstühle sind.
Quelle: Quellen: Schwäbische Zeitung (Regionalausgabe Engen), Interview mit Ingo Schwehr (Garten- und Landschaftsbau).

