StartNewsZahlen, Daten, FaktenEndlich schneller bauen? Dieses neue Gesetz sorgt für Jubel am Bau

Endlich schneller bauen? Dieses neue Gesetz sorgt für Jubel am Bau

Ein Durchbruch für die deutsche Infrastruktur

Die deutsche Bauwirtschaft feiert einen lang ersehnten Sieg im Kampf gegen die bürokratische Trägheit bei öffentlichen Aufträgen. Mit dem jüngsten Beschluss des Vergabebeschleunigungsgesetzes im Deutschen Bundestag scheint der Weg für schnellere Sanierungen endlich frei zu sein.

Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) bezeichnet die Einigung der Koalition als eine Nachricht, auf die viele Unternehmen gewartet haben. Die monatelange Unsicherheit habe nun ein Ende gefunden und mache Platz für effizientere Planungsabläufe auf den Baustellen.

Vorteile für Brücken und Schienenwege

Besonders bei großen Verkehrsprojekten auf Bundesebene sowie Vorhaben aus dem Sondervermögen greifen künftig deutlich flexiblere Regeln für die Vergabe. Öffentliche Auftraggeber dürfen nun entscheiden, ob sie Aufträge als Gesamtpaket vergeben, anstatt jedes Gewerk mühsam einzeln auszuschreiben.

Diese neue Freiheit bei der Losvergabe spart laut Experten nicht nur wertvolle Zeit, sondern senkt langfristig auch die Kosten für den Steuerzahler. Müller betont dabei, dass diese Entwicklung zu Beginn der Verhandlungen noch völlig undenkbar schien und ein großer Erfolg für den Verband sei.

Wer bei der neuen Regelung leer ausgeht

Trotz der allgemeinen Freude gibt es einen bitteren Beigeschmack für lokale Bauprojekte in den Städten und Gemeinden. Da sich die Beschleunigung primär auf das Sondervermögen bezieht, gucken der öffentliche Wohnungsbau und viele Kommunen faktisch in die Röhre.

Die meisten kommunalen Vorhaben werden ohne diese speziellen Bundesmittel finanziert und bleiben somit in den alten, langsamen Strukturen gefangen. Hier sieht die Branche weiterhin dringenden Handlungsbedarf, um den Sanierungsstau in der Fläche nicht noch weiter zu verschärfen.

Ein fairer Kompromiss für den Mittelstand

Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sieht in dem Gesetz dennoch einen ausgewogenen Kompromiss für alle Marktteilnehmer. Sowohl kleine Handwerksbetriebe als auch große Baukonzerne erhielten durch die neuen Rahmenbedingungen einen fairen Zugang zu öffentlichen Aufträgen.

Wie die Allgemeine Bauzeitung berichtet, sollen auch Digitalisierung und der Abbau von Bürokratie die Verfahren spürbar entschlacken. „Das Vergabebeschleunigungsgesetz ist insgesamt ein ausgewogener Kompromiss“, erklärt Pakleppa gegenüber dem Fachmedium ausdrücklich.

Zukunft der deutschen Verkehrswege

Die Ertüchtigung von maroden Straßen und Brücken steht nun ganz oben auf der Agenda der Bauunternehmen im ganzen Land. Alle Kapazitäten der Wirtschaft müssen mobilisiert werden, um die Infrastruktur so schnell wie möglich wieder auf Vordermann zu bringen.

Obwohl die Abweichung von der Einzelvergabe für einige mittelständische Betriebe schmerzhaft sein mag, überwiegt der Nutzen für die Allgemeinheit. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die ersten Bagger aufgrund der neuen Gesetzeslage tatsächlich früher anrollen können.

Zusammenfassung

  • Bundestag beschließt neues Vergabebeschleunigungsgesetz für Bauprojekte
  • Gesamtvergabe bei Bundesprojekten spart Zeit und Geld
  • Kommunen und Wohnungsbau profitieren bisher nicht von den Erleichterungen

Häufige Fragen

Was ändert sich durch das Vergabebeschleunigungsgesetz?

Das Gesetz ermöglicht bei Bundesprojekten und Vorhaben aus Sondervermögen eine Gesamtvergabe statt der kleinteiligen Losvergabe, was Verfahren deutlich verkürzt.

Warum profitieren Kommunen nicht vom neuen Gesetz?

Die Erleichterungen sind oft an die Finanzierung durch das Sondervermögen geknüpft, welches für die meisten lokalen Bauvorhaben der Gemeinden nicht zur Verfügung steht.

Quelle: Quellen: Allgemeine Bauzeitung (ABZ), Statements von HDB und ZDB.

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