StartNewsDüstere Prognosen: Warum das SHK-Handwerk plötzlich an Fahrt verliert

Düstere Prognosen: Warum das SHK-Handwerk plötzlich an Fahrt verliert

Der plötzliche Umschwung am Bau

Die jahrelange Hochkonjunktur im Bereich Sanitär, Heizung und Klima scheint ein jähes Ende zu finden. Aktuelle Daten des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) zeichnen ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Lage.

Zwar bewerten viele Betriebe ihre momentane Situation noch als stabil, doch die Dynamik lässt spürbar nach. Experten warnen bereits vor einem drohenden Abschwung, der die gesamte Branche erfassen könnte.

Besonders alarmierend ist der Blick auf die Auftragsbestände in den deutschen Handwerksbetrieben. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr massiv eingebrochen und sorgen für Unruhe bei den Inhabern.

Leere Auftragsbücher und sinkende Umsätze

Mit durchschnittlich 11,5 Wochen liegt der Auftragsbestand nun rund vier Wochen unter dem Niveau des Vorjahres. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die Nachfrage nach professionellen Handwerksleistungen spürbar nachlässt.

Gleichzeitig berichten immer weniger Unternehmen von steigenden Umsätzen in ihrem operativen Geschäft. Fast ein Drittel der befragten Betriebe muss mittlerweile sogar reale Umsatzrückgänge verkraften.

Die Stimmung unter den Handwerkern kippt daher zunehmend ins Negative für die kommenden Monate. Der Erwartungsindikator ist bereits in den Minusbereich gerutscht, was die allgemeine Verunsicherung widerspiegelt.

Verschleiß statt echtem Wachstum

ZVSHK-Präsident Michael Hilpert spricht in diesem Zusammenhang von einer Entwicklung, die auf purem Verschleiß beruht. Die Betriebe halten das System zwar noch am Laufen, zehren aber zunehmend von ihrer Substanz.

Ein großes Problem stellt dabei die Abhängigkeit vom Sanierungsgeschäft in bestehenden Immobilien dar. Über 83 Prozent des Branchenumsatzes werden derzeit durch Modernisierungen und Reparaturen im Bestand erwirtschaftet.

Doch genau hier fehlen die notwendigen Impulse durch investitionsbereite Privatkunden und Unternehmen. Die politische Verunsicherung führt dazu, dass viele geplante Projekte erst einmal auf Eis gelegt werden.

Politik in der Pflicht

Das Handwerk fordert nun klare und vor allem langfristig stabile Rahmenbedingungen von der Bundespolitik. Ohne verlässliche Regeln wird die Modernisierungsdynamik nach Einschätzung des Verbandes weiter massiv abnehmen.

Hohe Bürokratie und unklare Förderrichtlinien gelten als Hauptursachen für die aktuelle Zurückhaltung der Investoren. Nur durch einen Abbau dieser Hürden könne der Abwärtstrend im SHK-Sektor gestoppt werden.

Es bleibt abzuwarten, ob die notwendigen Signale aus Berlin rechtzeitig kommen werden. Die Fachbetriebe bereiten sich jedenfalls auf deutlich härtere Zeiten im kommenden Geschäftsjahr vor.

Zusammenfassung

  • Auftragsbestände sinken um durchschnittlich vier Wochen gegenüber dem Vorjahr.
  • Fast 33 Prozent der SHK-Betriebe verzeichnen bereits rückläufige Umsätze.
  • ZVSHK-Präsident Michael Hilpert warnt vor einem Betrieb auf Verschleiß.

Häufige Fragen

Warum sinken die Aufträge im SHK-Handwerk?

Hauptgründe sind die fehlende Verlässlichkeit politischer Rahmenbedingungen, hohe Bürokratie und die Verunsicherung privater Haushalte bei Investitionen in Sanierungen.

Wie lange müssen Kunden aktuell auf einen Handwerker warten?

Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt aktuell bei etwa 11,5 Wochen, was einem Rückgang von rund vier Wochen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Quelle: Wie der Zentralverband Sanitär Heizung Klima berichtet, basiert die Analyse auf einer Umfrage unter 1.690 Innungsbetrieben.

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