Millionen Autofahrer in Deutschland atmen auf, denn seit Mitternacht purzeln die Preise an den Tankstellen spürbar. Wer heute Morgen die Augen offen hielt, konnte an vielen Orten eine Zahl auf den Anzeigetafeln entdecken, die lange Zeit als unerreichbar galt.
Preise für E10 sinken unter magische Grenze
In den frühen Morgenstunden meldeten Tankstellen in ganz Deutschland deutliche Preisnachlässe beim Kraftstoff. Vor allem die Sorte Super E10 rutschte in Metropolen wie München, Berlin und Hamburg vielerorts unter die Marke von zwei Euro.
In der bayerischen Landeshauptstadt wurden teilweise sogar Preise von unter 1,90 Euro pro Liter gesichtet. Bei Diesel gestaltet sich die Lage hingegen etwas zäher, da hier die Zwei-Euro-Marke nur an etwa jeder zweiten Station unterschritten wurde.
Warum nicht alle Tankstellen sofort mitziehen
Trotz der offiziellen Steuersenkung der Bundesregierung gibt es einen haken für ungeduldige Autofahrer. Der Rabatt gilt rechtlich nur für Kraftstoffe, die seit Mitternacht die Raffinerien oder Lager verlassen haben.
Bestände, die noch in den Tanks der Tankstellen lagern, unterliegen somit zunächst noch der alten Besteuerung. Experten gehen daher davon aus, dass der volle Effekt erst nach und nach im Laufe der nächsten Tage bei allen Verbrauchern ankommt.
Strenge Regeln für Preiserhöhungen
Um die Transparenz zu erhöhen, greift parallel zum Rabatt das sogenannte Österreich-Modell für Preisänderungen. Tankstellen dürfen ihre Preise demnach nur noch einmal täglich um exakt 12 Uhr erhöhen.
Preissenkungen sind hingegen jederzeit erlaubt, was den Wettbewerb zum Vorteil der Kunden ankurbeln soll. Wer sich nicht an diese 12-Uhr-Regel hält, dem drohen empfindliche Bußgelder von bis zu 100.000 Euro durch die Behörden.
Kritik an der Wirksamkeit des Rabatts
Nicht alle Experten teilen die Freude über die aktuelle Entlastung an den Zapfsäulen. Wirtschaftsforscher warnen davor, dass Mineralölkonzerne die gesunkenen Steuern nutzen könnten, um ihre eigenen Margen heimlich zu erhöhen.
Kritiker fordern deshalb eine deutlich strengere Marktaufsicht durch das Bundeskartellamt. Zudem wird bemängelt, dass der pauschale Rabatt im Bundeshaushalt große Löcher reißt und keine gezielten Anreize für klimafreundliche Mobilität setzt.
Zusammenfassung
- Spritpreise für E10 fallen in Großstädten teils unter 1,90 Euro
- Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter wird schrittweise weitergegeben
- Neue 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen soll für mehr Transparenz sorgen
Häufige Fragen
Warum ist Benzin trotz Tankrabatt an manchen Stellen noch teuer?
Der Steuervorteil gilt nur für Kraftstoffe, die nach Mitternacht die Lager verlassen haben. Tankstellen verkaufen oft erst ihre alten, teurer versteuerten Bestände ab, bevor sie den Rabatt weitergeben.
Wann ist Tanken am günstigsten?
Durch die neue 12-Uhr-Regel dürfen Preise nur mittags erhöht werden. Tendenziell ist das Tanken daher in den Abendstunden oder kurz vor der nächsten 12-Uhr-Anpassung am günstigsten.
Quelle: Wie t-online zuerst berichtete, zeigen erste Stichproben deutliche Preisrückgänge an den Zapfsäulen.

