Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie für Wasser bezahlen, das niemals im Abfluss landet? Wer seinen Rasen im Hochsommer aus dem Hahn bewässert, wird von vielen Kommunen doppelt zur Kasse gebeten.
Die versteckte Kostenfalle beim Gießen
Normalerweise wird für jeden Liter Trinkwasser automatisch die gleiche Menge an Abwassergebühren berechnet. Da das Gartenwasser jedoch im Boden versickert, ist diese Belastung für viele Hausbesitzer eine unnötige finanzielle Last.
Ein separater Gartenwasserzähler schafft hier Abhilfe, indem er genau jene Mengen erfasst, die nicht in die Kanalisation fließen. Diese gemessenen Liter können Sie dann am Jahresende einfach von Ihrer Abwasserrechnung abziehen lassen.
Wann sich die Investition wirklich rechnet
Trotz der potenziellen Ersparnis ist der Einbau eines solchen Zählers kein garantierter finanzieller Selbstläufer. Experten raten dazu, erst ab einem jährlichen Verbrauch von etwa 6.000 bis 8.000 Litern über eine Installation nachzudenken.
In vielen Regionen müssen die Geräte zudem alle sechs Jahre gegen geeichte Modelle ausgetauscht werden. Wer nur ein paar Balkonkästen gießt, zahlt durch die Anschaffungs- und Abnahmekosten oft mehr drauf, als er am Ende spart.
Strenge Regeln für Poolbesitzer und Heimwerker
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie das Wasser für das Befüllen eines Swimmingpools nutzen möchten. Da chlorhaltiges Poolwasser rechtlich als Abwasser gilt, darf es meist nicht über den Gartenwasserzähler abgerechnet werden.
Bevor Sie zum Werkzeug greifen, sollten Sie zudem unbedingt die Satzung Ihrer örtlichen Kommune prüfen. Manche Städte verlangen zwingend den Einbau durch einen Fachbetrieb, während andere eine Verplombung in Eigenregie zulassen.
Wichtige Fristen und Meldepflichten
Ein eingebauter Zähler allein sorgt noch nicht automatisch für eine kleinere Rechnung am Jahresende. Sie sind als Eigentümer selbst dafür verantwortlich, die Zählerstände fristgerecht an Ihren Versorger zu übermitteln.
Verpassen Sie den Stichtag, wird die Ermäßigung für das laufende Jahr oft gnadenlos gestrichen. Denken Sie auch daran, dass Regenwassernutzung über Zisternen oft die noch günstigere und ökologischere Alternative bleibt.
Zusammenfassung
- Abwassergebühren für versickertes Gartenwasser lassen sich durch separate Zähler einsparen.
- Wirtschaftlichkeit ist meist erst ab einem Verbrauch von 6 bis 8 Kubikmetern pro Jahr gegeben.
- Poolwasser ist von der Regelung ausgeschlossen und muss voll bezahlt werden.
Häufige Fragen
Ab wann lohnt sich ein Gartenwasserzähler?
Ein Gartenwasserzähler rechnet sich in der Regel ab einem jährlichen Verbrauch von 6.000 bis 8.000 Litern (6-8 m³), um die Kosten für Einbau, Eichung und Abnahme zu decken.
Darf ich Poolwasser über den Gartenwasserzähler abrechnen?
Nein, chlorhaltiges Poolwasser muss über die Kanalisation entsorgt werden und gilt daher als abwassergebührenpflichtig. Es darf nicht über den Abzugszähler für Gartenwasser laufen.

