Der Abschied von fossilen Brennstoffen gilt oft als teure und zeitaufwendige Großbaustelle für Hausbesitzer. Doch ein aktuelles Praxisbeispiel zeigt nun eindrucksvoll, dass der Umstieg auf eine klimaneutrale Luftwärmepumpe extrem schnell und unkompliziert gelingen kann.
Ehepaar Freiburger aus einer 1994 erbauten Doppelhaushälfte entschied sich für den radikalen Kesseltausch. Innerhalb von nur drei Tagen wurde ihre alte Ölheizung demontiert und durch ein modernes System ersetzt.
Warum keine aufwendige Dämmung nötig war
Viele Eigentümer fürchten, dass vor dem Einbau einer Wärmepumpe erst das gesamte Haus gedämmt werden muss. Im Fall der Freiburgers war dies jedoch nicht erforderlich, da eine spezielle Hochtemperatur-Wärmepumpe zum Einsatz kam.
Diese Technik liefert Vorlauftemperaturen von bis zu 70 Grad Celsius selbst bei eisigen Außentemperaturen. Dadurch konnten die vorhandenen Heizkörper in den Schlafräumen und die Fußbodenheizung im restlichen Haus einfach weitergenutzt werden.
Heizungsinstallateur Oliver Fleig betont, dass solche Lösungen optimal für Bestandsgebäude ohne vorherige energetische Sanierung geeignet sind. Das System heizt laut Expertenmeinung auch im tiefsten Winter absolut zuverlässig und wirtschaftlich.
Flüsterleise Technik und neuer Platz im Keller
Ein häufiges Gegenargument bei Wärmepumpen ist die Geräuschentwicklung des Außengeräts auf kleinen Grundstücken. Das hier installierte Modell arbeitet jedoch mit nur 35 Dezibel in drei Metern Entfernung extrem geräuscharm.
Neben der ökologischen Verbesserung profitiert das Ehepaar von einem ganz praktischen Raumgewinn im Untergeschoss. Durch den Wegfall der drei großen Öltanks mit insgesamt 6.000 Litern Fassungsvermögen entstand wertvoller neuer Stauraum.
Der ehemalige Tankraum wird nun renoviert und soll künftig als Hobbyraum dienen. Marc Freiburger freut sich zudem über die hygienische Warmwasserbereitung, die durch ein modernes Durchlaufprinzip Legionellen keine Chance lässt.
Angenehme Kühle im heißen Sommer
Was viele Hausbesitzer unterschätzen: Eine Wärmepumpe ist das einzige Heizsystem, das im Sommer auch aktiv kühlen kann. Über die bestehende Fußbodenheizung wird das Wohnzimmer unter dem Dach nun sanft temperiert.
Dies steigert den Wohnkomfort an heißen Tagen erheblich und macht zusätzliche Klimageräte überflüssig. Das Fazit der Eigentümer fällt durchweg positiv aus, da auch der Wert der Immobilie durch die moderne Technik gestiegen ist.
Der erfolgreiche Kesseltausch beweist, dass die Wärmewende im Altbau keine Utopie sein muss. Mit der richtigen Technologie lässt sich der ökologische Fußabdruck fast ohne Schmutz und Lärm innerhalb einer halben Woche minimieren.
Zusammenfassung
- Heizungstausch von Öl auf Luftwärmepumpe in nur drei Tagen abgeschlossen
- Keine zusätzliche Dämmung dank Hochtemperatur-Technik (bis 70 Grad) nötig
- Zusätzlicher Wohnkomfort durch Kühlfunktion im Sommer und Platzgewinn im Keller
Häufige Fragen
Kann man eine Wärmepumpe ohne neue Dämmung einbauen?
Ja, mit sogenannten Hochtemperatur-Wärmepumpen ist dies möglich. Diese Geräte erreichen Vorlauftemperaturen von bis zu 70 Grad Celsius und können daher auch mit herkömmlichen Heizkörpern in ungedämmten Altbauten effizient betrieben werden.
Wie lange dauert der Austausch einer Ölheizung gegen eine Wärmepumpe?
In der Regel dauert der reine Kesseltausch inklusive Demontage der alten Anlage und Installation der Wärmepumpe etwa drei bis fünf Werktage, sofern keine größeren Umbaumaßnahmen an der Wärmeverteilung nötig sind.
Quelle: Wie das Unternehmen DAIKIN Airconditioning Germany GmbH berichtet, konnte das Projekt ohne aufwendige Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt werden.

