Die Bundesregierung plant eine weitreichende Modernisierung Deutschlands, doch ein spezifisches Vorhaben sorgt im Baugewerbe für massive Skepsis. Vizekanzler Klingbeil präsentierte in Berlin Pläne für eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft, die den kriselnden Markt beleben soll.
Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) warnt jedoch eindringlich vor diesem bürokratischen Mammutprojekt. Er betont, dass private Investitionen deutlich schneller und effizienter für neuen Wohnraum sorgen könnten als eine neue Behörde.
Bürokratie-Monster oder echte Hilfe?
Die Branche fordert stattdessen attraktive Konditionen der KfW, auf die zehntausende angehende Bauherren derzeit sehnsüchtig warten. Nur durch gezielte Anreize für Privatpersonen könne der Traum vom Eigenheim in der aktuellen Wirtschaftslage überhaupt noch realisiert werden.
Ein zentraler Hebel wäre laut Experten die Kopplung der Sonder-AfA an den Energiestandard EH 55 bis zum Jahr 2029. Dieser Schritt würde den Bau von Mietwohnungen massiv beschleunigen und gleichzeitig moderne Klimastandards ohne staatliche Eigenregie erfüllen.
Die Rechnung hinter dem Bau-Boom
Der ZDB rechnet vor, dass jeder Euro an Steuer-Abschreibung rund dreieinhalb Euro an neuen Steuereinnahmen für den Staat generiert. Im Gegensatz dazu müsste der Staat bei einer eigenen Gesellschaft die gesamte Finanzierungslast und das volle Risiko alleine tragen.
Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern, seien zudem niedrigere Energiepreise und ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden unumgänglich. Das Baugewerbe lehnt eine weitere Erhöhung von Steuern und Abgaben angesichts des riesigen Bundeshaushalts entschieden ab.
Zusätzliche Einsparpotenziale sieht der Verband bei den Sozialausgaben, die mittlerweile eine Summe von über 1,35 Billionen Euro erreicht haben. Effizienz im Wohnungsbau bedeutet für die Profis am Bau vor allem Schnelligkeit durch Entlastung statt neuer staatlicher Strukturen.
Zusammenfassung
- ZDB kritisiert Pläne für eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft
- Forderung nach attraktiveren KfW-Konditionen für private Bauherren
- Sonder-AfA soll an EH 55 Standard gekoppelt werden
Häufige Fragen
Warum lehnt das Baugewerbe eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft ab?
Der ZDB hält private Investitionen für effizienter und schneller. Eine staatliche Gesellschaft würde die volle Finanzierungslast beim Steuerzahler belassen, während steuerliche Anreize für Private ein Vielfaches an Einnahmen generieren.
Was ist der Vorteil der Sonder-AfA EH 55?
Die Kopplung der Sonder-Abschreibung an den Energiestandard EH 55 schafft Anreize für klimafreundlichen Mietwohnungsbau und beschleunigt die Fertigstellung dringend benötigten Wohnraums bis 2029.
Quelle: Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, kommentierte die Reformpläne in einem Statement am 25.03.2026.

