StartNewsZahlen, Daten, FaktenPreisschock im Westen: Warum das Ruhrgebiet jetzt die Metropolen abhängt

Preisschock im Westen: Warum das Ruhrgebiet jetzt die Metropolen abhängt

Der deutsche Immobilienmarkt steht Kopf und liefert eine Entwicklung, die viele Experten so nicht auf dem Schirm hatten. Während die großen Metropolen noch mit den Folgen der Zinswende kämpfen, erleben vermeintlich günstige Regionen im Westen einen massiven Aufschwung.

Mainz stürmt an die Spitze der Preisliste

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz hat sich überraschend zum neuen Hotspot für Immobilieninvestments im Westen entwickelt. Mit einem satten Plus von 10,4 Prozent innerhalb nur eines Jahres führt die Stadt das Ranking der stärksten Preisanstiege an.

Kaufinteressenten müssen hier mittlerweile im Durchschnitt 4.352 Euro für den Quadratmeter einer Bestandswohnung auf den Tisch legen. Auch das benachbarte Wiesbaden zieht kräftig nach und verzeichnete zuletzt einen deutlichen Zuwachs von 7,7 Prozent.

Hinter diesem Boom steckt vor allem die enorme Wirtschaftskraft der Rhein-Main-Region und ein stetiger Zuzug neuer Bewohner. Da das Angebot an Wohnraum mit der hohen Nachfrage kaum Schritt halten kann, schießen die Preise unaufhaltsam in die Höhe.

Das Ruhrgebiet wird zum neuen Geheimtipp

Noch überraschender ist jedoch der Blick auf das Ruhrgebiet, das jahrelang als preislich stabil und eher moderat galt. In Städten wie Bochum und Herne kletterten die Angebotspreise zuletzt um beachtliche 8,8 Prozent nach oben.

Selbst in Bottrop und Dortmund beobachten Marktbeobachter eine Dynamik, die mit Zuwächsen von über 8 Prozent viele teurere Standorte alt aussehen lässt. Das niedrige Ausgangsniveau sorgt hier offensichtlich für einen Nachholeffekt, der nun voll durchschlägt.

Besonders Leverkusen profitiert von seiner Lage zwischen den Giganten Köln und Düsseldorf und verzeichnete ein Plus von 9,7 Prozent. Mit rund 3.056 Euro pro Quadratmeter bleibt die Stadt trotz des Anstiegs eine attraktive Alternative zu den teuren Nachbarstädten.

Pendlerregionen im Fokus der Käufer

Nicht nur die urbanen Zentren, sondern auch die umliegenden Landkreise erleben derzeit eine Renaissance bei den Immobilienpreisen. Der Landkreis Unna führt diese Liste mit einer Steigerung von glatten 10 Prozent auf nun 2.241 Euro pro Quadratmeter an.

Auch im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss müssen Käufer deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor zwölf Monaten. Diese Regionen werden für Pendler immer wichtiger, da sie oft noch bezahlbaren Wohnraum in Schlagdistanz zu den Arbeitsplätzen bieten.

Im Südwesten zeigt sich ein ähnliches Bild, wo etwa der Rhein-Hunsrück-Kreis südlich von Koblenz ein Plus von 8,2 Prozent verbuchen konnte. Die Flucht aus den überhitzten Kernstädten treibt die Preise in der Peripherie somit systematisch nach oben.

Der lange Schatten des Boomjahres 2022

Trotz der aktuellen Euphorie in vielen Städten ist das Rekordniveau von vor zwei Jahren noch längst nicht überall wieder erreicht. In fast 70 Prozent der untersuchten Regionen liegen die Preise weiterhin unter den Höchstständen aus dem Jahr 2022.

Besonders in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz sind die Spuren der Immobilien-Delle noch deutlich in den Statistiken der Makler abzulesen. In Städten wie Speyer oder Pirmasens liegen die Werte im Dreijahresvergleich sogar noch um über 13 Prozent im Minus.

Selbst Frankfurt am Main hinkt seinem früheren Preisniveau mit einem Minus von 8,4 Prozent hinterher, was die aktuelle Marktlage verdeutlicht. Das anhaltend hohe Zinsniveau wirkt hier wie eine Bremse, die einen zu schnellen Wiederanstieg der Preise wirksam verhindert.

Chancen für mutige Immobilienkäufer

Der Markt präsentiert sich derzeit extrem zweigeteilt und bietet dadurch völlig neue Einstiegsmöglichkeiten für gut informierte Käufer. Wer vor zwei Jahren aufgrund der astronomischen Preise resigniert hat, findet heute in bestimmten Lagen wieder Gelegenheiten.

Allerdings deutet der aktuelle Trend im Westen darauf hin, dass die Zeit der Schnäppchen in den Aufsteigerregionen bald vorbei sein könnte. Interessenten sollten daher genau prüfen, ob ein Standort gerade erst am Anfang seiner Erholungsphase steht oder bereits heißläuft.

Zusammenfassung

  • Mainz verzeichnet mit +10,4 % den stärksten Preisanstieg im Westen.
  • Das Ruhrgebiet boomt mit Zuwächsen von fast 9 % in Bochum und Herne.
  • Trotz Erholung liegen viele Preise noch unter dem Rekordniveau von 2022.

Häufige Fragen

Wo steigen die Immobilienpreise im Westen am stärksten?

Den stärksten Anstieg verzeichnet Mainz mit einem Plus von 10,4 Prozent. Auch Leverkusen (+9,7 %) und der Landkreis Unna (+10,0 %) gehören zu den Spitzenreitern der aktuellen Marktentwicklung.

Ist das Ruhrgebiet wieder attraktiv für Immobilienkäufer?

Ja, das Ruhrgebiet erlebt derzeit eine dynamische Preisentwicklung. In Städten wie Bochum und Herne stiegen die Preise um 8,8 Prozent, da das im Vergleich zu Metropolen niedrige Preisniveau viele Käufer anzieht.

Quelle: Laut einer exklusiven Analyse von immowelt stiegen die Preise in 113 von 121 untersuchten Regionen.

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