StartNews3D-Druck-Wahnsinn: Warum dieses Haus die Baubranche schockiert

3D-Druck-Wahnsinn: Warum dieses Haus die Baubranche schockiert

Ein Roboter übernimmt das Kommando

In der französischen Stadt Bezannes ist die Zukunft des Wohnens keine Theorie mehr, sondern Realität aus Beton. Ein gigantischer Roboter hat dort das erste Mehrfamilienhaus des Landes Schicht für Schicht direkt auf der Baustelle ausgedruckt.

Das Projekt mit dem Namen ViliaSprint² umfasst beeindruckende 800 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Etagen. Es gilt nach Angaben der Verantwortlichen derzeit als das größte Gebäude seiner Art in ganz Europa.

Die Geschwindigkeit der Umsetzung lässt traditionelle Bauunternehmen aufhorchen. In nur 12 Monaten wurde das gesamte Objekt realisiert, was eine Zeitersparnis von satten drei Monaten gegenüber konventionellen Methoden bedeutet.

Präzision aus der Düse

Zum Einsatz kam das hochmoderne Portalsystem COBOD BOD2, das tragende Wände mit chirurgischer Präzision extrudiert. Der spezielle Beton von Holcim wurde dabei mit synthetischen Fasern verstärkt, um maximale Stabilität zu gewährleisten.

Besonders beeindruckend ist die Effizienz während der heißen Phase des Projekts. Die reine Druckzeit für alle Wände betrug lediglich 34 Tage, womit der Zeitplan um 16 Tage unterboten wurde.

Dabei reichten drei Bediener aus, um das System per Tablet zu steuern. Im Vergleich dazu wären bei einer klassischen Bauweise mindestens sechs Fachkräfte unter schwerer körperlicher Belastung nötig gewesen.

Nachhaltigkeit trifft auf Hightech

Neben der Zeitersparnis punktet das Roboter-Haus massiv beim Umweltschutz. Der verwendete ECOPact-Beton reduziert die CO2-Emissionen um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu Standardmischungen.

Auch der Materialabfall wurde durch die punktgenaue Verarbeitung des Roboters halbiert. Laut einem Bericht der Allgemeinen Bauzeitung sinkt die Abfallquote von üblichen 10 auf nur noch 5 Prozent.

Jérôme Florentin von Plurial Novilia betont, dass diese Bauweise nicht nur schneller ist, sondern auch die Arbeitsbedingungen massiv verbessert. Die ergonomische Steuerung schützt die Mitarbeiter vor typischen Skelett-Erkrankungen und schweren Unfällen.

Ein Experiment mit stolzem Preis

Um die echte Leistungsfähigkeit zu prüfen, wurde auf dem Nachbargrundstück ein identisches Gebäude in herkömmlicher Weise errichtet. Dieser direkte Vergleich soll nun zeigen, wie sich der 3D-Druck langfristig im Betrieb schlägt.

Noch hat die Innovation ihren Preis, da die Kosten etwa 30 Prozent über dem Standard liegen. Die Gesamtinvestition von 4,5 Millionen Euro wird jedoch nicht auf die Mieter der 12 Sozialwohnungen umgelegt.

Für die Zukunft plant das Unternehmen bereits den nächsten Coup mit 40 Wohneinheiten. Dann sollen zwei Roboter gleichzeitig drucken, um die Kosten auf das Niveau konventioneller Baustellen zu drücken.

Zusammenfassung

  • Größtes 3D-gedrucktes Mehrfamilienhaus Europas in Bezannes fertiggestellt
  • 30% weniger CO2-Emissionen und 50% weniger Abfall durch Roboter-Technik
  • Bauzeit um drei Monate verkürzt bei deutlich reduziertem Personaleinsatz

Häufige Fragen

Wie lange dauert der 3D-Druck eines Hauses?

Beim Projekt ViliaSprint² in Frankreich wurden die tragenden Wände für 800 m² Wohnfläche in nur 34 effektiven Drucktagen fertiggestellt.

Ist 3D-Druck beim Bauen günstiger?

Aktuell liegen die Kosten noch etwa 30 % über konventionellen Methoden, doch durch Zeitersparnis und weniger Personal sollen die Preise langfristig sinken.

Quelle: Quellen: Allgemeine Bauzeitung (ABZ), Plurial Novilia, Peri 3D Construction.

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