Der Mythos vom ineffizienten Altbau bröckelt
Lange Zeit hielten Experten die Wärmepumpe für eine reine Lösung im modernen Neubau. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass die Technik auch in Gebäuden aus dem vorletzten Jahrhundert hervorragend funktioniert.
Besonders Hausbesitzer in Deutschland, die vor einer teuren Sanierung zurückschrecken, dürfen jetzt aufatmen. Die Effizienz der Anlagen ist im realen Betrieb oft deutlich höher als von vielen Kritikern vermutet.
Vier Jahre Forschung an echten Immobilien
Das Team vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat für diese Erkenntnisse einen enormen Aufwand betrieben. Insgesamt 77 Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern wurden über einen Zeitraum von vier Jahren genauestens überwacht.
Dabei reichte das Alter der untersuchten Objekte von historischen Bauten aus dem Jahr 1826 bis hin zu Häusern aus dem Jahr 2001. Die Forscher konzentrierten sich bei der Messung auf die sogenannte Jahresarbeitszahl, um die echte Wirtschaftlichkeit zu ermitteln.
Wer liefert die meiste Wärme für den Strom?
Die Auswertung der Daten offenbarte einen deutlichen Leistungsvorsprung zwischen den verschiedenen Systemarten. Während Luft-Wärmepumpen eine solide Jahresarbeitszahl von 3,4 erreichten, spielten andere Modelle in einer ganz eigenen Liga.
Erdbasierte Systeme lieferten im Durchschnitt einen Wert von 4,3 und damit rund 25 Prozent mehr Energie pro Kilowattstunde Strom. Diese Anlagen nutzen die konstante Wärme im Erdreich, was sie unabhängig von frostigen Außentemperaturen im Winter macht.
Hohe Investition gegen maximale Ersparnis
Trotz der höheren Kosten für Bohrungen und Erschließung stellt die Erdwärme laut der Studie die effizienteste Lösung für Altbaubesitzer dar. Die gemessenen Spitzenwerte von bis zu 5,4 zeigen, welches enorme Potenzial in der Nutzung der Geothermie steckt.
Hausbesitzer sollten daher genau prüfen, ob die langfristigen Stromersparnisse die anfänglichen Mehrkosten einer Erdwärmepumpe rechtfertigen. Wer auf maximale Unabhängigkeit von Energiepreisen setzt, findet in der Erdwärme den klaren Favoriten für die Sanierung.
Zusammenfassung
- Fraunhofer ISE untersuchte 77 Wärmepumpen in Altbauten über vier Jahre
- Erdwärmepumpen sind mit einer Jahresarbeitszahl von 4,3 der klare Effizienz-Sieger
- Luft-Wärmepumpen liefern soliden Wert von 3,4, verlieren aber bei Kälte an Leistung
Häufige Fragen
Welche Wärmepumpe ist im Altbau am effizientesten?
Laut einer Langzeitstudie des Fraunhofer ISE sind Erdwärmepumpen mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 4,3 am effizientesten und liefern rund 25 % mehr Wärme pro Stromeinheit als Luft-Wärmepumpen.
Funktionieren Wärmepumpen auch in ungesanierten Altbauten?
Ja, die Studie zeigte, dass Wärmepumpen selbst in Häusern ab dem Baujahr 1826 zuverlässig und effizient arbeiten können, sofern das System passend zur Gebäudeheizlast geplant wurde.
Quelle: Wie das Fraunhofer ISE in seinem Forschungsprojekt ermittelte, arbeiten Wärmepumpen auch in Gebäuden ab dem Baujahr 1826 klimafreundlich.

