Sie sind die Boten des Frühlings und schmücken derzeit millionenfach deutsche Gärten und Wohnzimmer. Doch was viele Hobbygärtner nicht ahnen: Die beliebte Hyazinthe verbirgt unter ihren prachtvollen Blüten eine giftige Seite.
Besonders für die kleinsten Familienmitglieder und neugierige Vierbeiner kann der Kontakt mit der Zwiebelpflanze unangenehme Folgen haben. Wer die Risiken kennt, kann jedoch rechtzeitig gegensteuern und Unfälle vermeiden.
Warum die Zwiebelpflanze zur Gefahr wird
Die Hyazinthe stammt ursprünglich aus Osteuropa und ist in all ihren Pflanzenteilen als giftig einzustufen. Vor allem die Zwiebeln enthalten Stoffe, die bei Hautkontakt oder Verzehr sofortige Reaktionen auslösen können.
Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uniklinik Bonn ordnen die Pflanze zwar als „gering giftig“ ein, warnen aber dennoch vor den Symptomen. Bei Kindern führt der Verzehr häufig zu Übelkeit, heftigem Erbrechen und schmerzhaften Magenkrämpfen.
Zudem kann es bei empfindlichen Personen bereits bei bloßer Berührung der Blumenzwiebel zu allergischen Hautreaktionen kommen. Deshalb sollten Gartenfreunde beim Einpflanzen im Idealfall immer Schutzhandschuhe tragen.
Erste Hilfe bei Vergiftungserscheinungen
Sollte ein Kind trotz aller Vorsicht Teile der Pflanze verschluckt haben, ist besonnenes Handeln der Eltern gefragt. Um die Giftkonzentration im Körper schnell zu senken, sollte das Kind umgehend viel stilles Wasser trinken.
Bei der Aufnahme größerer Mengen raten Mediziner zudem zur Gabe von Medizinkohle, um die Giftstoffe im Magen zu binden. Ein Arztbesuch ist in jedem Fall dringend ratsam, um die Situation professionell abklären zu lassen.
Wie das Projekt Das sichere Haus berichtet, können Eltern im Notfall auch direkt die Giftnotrufzentrale in Bonn unter der Nummer 0228/19240 kontaktieren. Dort erhalten Betroffene rund um die Uhr fachkundige Anweisungen für die nächsten Schritte.
Das Risiko für Hunde und Katzen im Garten
Nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere sind durch die dekorativen Frühblüher gefährdet. Wenn Hunde oder Katzen an den Pflanzen knabbern, werden die empfindlichen Schleimhäute massiv gereizt.
Typische Anzeichen für eine Vergiftung beim Tier sind ein extrem starker Speichelfluss sowie Durchfall und allgemeine Mattigkeit. Tierbesitzer sollten bei Verdacht auf eine Vergiftung nicht zögern und sofort einen Tierarzt aufsuchen.
Wer einen sicheren Garten gestalten möchte, sollte Hyazinthen daher außerhalb der Reichweite von Haustieren platzieren oder auf ungiftige Alternativen setzen. So lässt sich die Blütenpracht genießen, ohne die Gesundheit der Liebsten aufs Spiel zu setzen.
Zusammenfassung
- Alle Pflanzenteile der Hyazinthe sind als gering giftig eingestuft
- Symptome bei Kindern umfassen Erbrechen, Magenkrämpfe und Hautallergien
- Haustiere reagieren mit Schleimhautreizungen und starkem Speichelfluss
Häufige Fragen
Was tun, wenn ein Kind Hyazinthen gegessen hat?
Geben Sie dem Kind sofort viel stilles Wasser zu trinken, um das Gift zu verdünnen. Suchen Sie umgehend einen Arzt auf oder kontaktieren Sie eine Giftnotrufzentrale.
Sind Hyazinthen für Katzen tödlich?
Hyazinthen gelten als gering giftig. Sie verursachen bei Katzen meist schwere Schleimhautreizungen, Erbrechen und Durchfall, führen aber selten direkt zum Tod, sofern schnell gehandelt wird.
Quelle: Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uniklinik Bonn, Das sichere Haus (DSH)

