StartPlanenFinanzierungHausbau-Förderung: Warum Familien jetzt fast leer ausgehen

Hausbau-Förderung: Warum Familien jetzt fast leer ausgehen

Der Traum von den eigenen vier Wänden entwickelt sich für viele deutsche Familien derzeit zu einer finanziellen Illusion. Während die Politik mit neuen Förderprogrammen wirbt, deckt eine aktuelle Untersuchung des Forschungsinstituts empirica im Auftrag der Landesbausparkassen ein erschreckendes Missverhältnis auf.

Die versteckte Kostenfalle der Effizienz-Vorgaben

Die aktuellen Hilfen des Bundes für Selbstnutzer sind fast ausschließlich an extrem hohe energetische Standards geknüpft. Diese strengen Auflagen verursachen in der Praxis so hohe Mehrkosten, dass die finanzielle Förderung dadurch komplett aufgefressen wird.

Experten haben errechnet, dass nach Abzug der Zusatzkosten für Sanierung oder EH-40-Neubau ein realer Förderwert von nahezu null Euro verbleibt. Die staatlichen Zuschüsse dienen somit lediglich dazu, die teuren Klima-Vorgaben des Staates querzufinanzieren, statt Familien beim eigentlichen Eigentumserwerb zu entlasten.

Baukindergeld gegen aktuelle KfW-Modelle

Im direkten Vergleich zum früheren Baukindergeld schneiden die neuen Programme der Ampelkoalition verheerend ab. Während das Baukindergeld jährlich rund 131.000 Familien erreichte, konnten Programme wie „Jung kauft Alt“ im Jahr 2024 kaum 5.000 Haushalte überzeugen.

Der bereinigte Förderbarwert ist laut der Studie von einst 18.600 Euro beim Baukindergeld auf mickrige 100 Euro in den aktuellen Standard-Programmen zusammengeschrumpft. Diese Zahlen belegen deutlich, dass die Hürden für den Sprung ins Eigenheim heute massiv höher liegen als noch vor wenigen Jahren.

Bevorzugung von Vermietern sorgt für Unmut

Besonders brisant ist die steuerliche Ungleichbehandlung gegenüber Kapitalanlegern, die Mietwohnraum schaffen. Vermieter profitieren von attraktiven Abschreibungsmöglichkeiten wie der degressiven AfA, die einen echten finanziellen Vorteil generieren.

Unter dem Strich wird der Erwerb einer selbst genutzten Immobilie gegenüber der Investition in ein Mietobjekt um bis zu 30.000 Euro diskriminiert. Diese Schieflage belastet vor allem Schwellenhaushalte, die eigentlich dringend auf Unterstützung angewiesen wären, um die Eigenkapitalhürde zu meistern.

Warum Wohneigentum mehr als nur ein Dach ist

Die Landesbausparkassen mahnen an, dass die Förderung von Eigentum eine zentrale Säule der Familien- und Vermögenspolitik sein muss. Wer Wohneigentum bildet, sorgt nicht nur für das eigene Alter vor, sondern entlastet langfristig auch den angespannten Mietmarkt.

Jeder Neubau eines Selbstnutzers löst Umzugsketten aus, die am Ende preiswerten Wohnraum für junge Haushalte frei werden lassen. Die Experten fordern daher von der kommenden Bundesregierung eine Rückkehr zu unbürokratischen Zuschüssen, die sich am Vorbild des Baukindergelds orientieren.

Zusammenfassung

  • Aktuelle Förderprogramme werden durch energetische Auflagen finanziell neutralisiert
  • Der reale Förderwert sank im Vergleich zum Baukindergeld von 18.600 Euro auf fast Null
  • Selbstnutzer werden gegenüber Vermietern um bis zu 30.000 Euro benachteiligt

Häufige Fragen

Warum lohnt sich die aktuelle Hausbau-Förderung für Familien kaum?

Die Förderung ist an hohe energetische Standards geknüpft. Die dadurch entstehenden Mehrkosten für Bau oder Sanierung sind oft höher als der finanzielle Vorteil der Zinsvergünstigung.

Wie hoch war der Vorteil beim Baukindergeld im Vergleich zu heute?

Das Baukindergeld bot einen realen Förderwert von etwa 18.600 Euro ohne kostspielige Zusatzauflagen, während aktuelle Programme oft nur auf einen bereinigten Wert von ca. 100 Euro kommen.

Quelle: Die Ergebnisse basieren auf der empirica-Studie „Mieter oder Eigentümer – wer wird stärker gefördert?“, die im Auftrag der Landesbausparkassen vorgestellt wurde.

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