In München ist eine Ära zu Ende gegangen, während gleichzeitig die Zukunft der modernen Stadtplanung Gestalt annimmt. Auf dem ehemaligen Bruckmann-Areal an der Nymphenburger Straße klafft nun eine markante Lücke, die den Blick auf ein architektonisches Erbe freigibt, das jahrzehntelang verborgen war.
Nach nur fünf Monaten intensiver Abbrucharbeiten ist das Büroprojekt „HEAVEN“ in eine entscheidende neue Phase eingetreten. Der vollständige Rückbau des Hauptgebäudes aus den späten 1970er-Jahren markiert den Beginn einer der größten innerstädtischen Revitalisierungen der bayerischen Landeshauptstadt.
Ein verstecktes Juwel kommt ans Licht
Durch das Verschwinden der massiven Betonbauten der Nachkriegszeit wurde die historische Villa des Architekten Martin Dülfer aus dem Jahr 1898 wieder sichtbar. Dieses denkmalgeschützte Prachtstück steht nun im Zentrum einer Planung, die Alt und Neu auf spektakuläre Weise miteinander verbindet.
Die Rock Capital Group setzt bei diesem 30.000 m² umfassenden Projekt konsequent auf den Erhalt schützenswerter Bausubstanz statt auf totalen Abriss. Während energetisch nicht sanierbare Nebengebäude weichen mussten, werden die historischen Raumfolgen nun behutsam in moderne Büroflächen transformiert.
Präzisionsarbeit direkt über der U-Bahn
Die logistische Meisterleistung hinter diesem Projekt wird besonders durch die unmittelbare Nähe zur U-Bahn-Station Maillingerstraße deutlich. „Die Lage und die direkt angrenzende Nachbarbebauung haben den Abbruch zu einer echten planerischen Herausforderung gemacht“, erklärt Stephan Gries von der Rock Capital Group.
Um die Anwohner in der dicht besiedelten Innenstadtlage zu schützen, kamen modernste Hydraulikbagger mit geräuscharmen Abbruchzangen zum Einsatz. Eine ständige Wasserbenebelung sorgte zudem dafür, dass die Staubentwicklung während der gesamten Rückbauphase auf ein Minimum reduziert wurde.
Graue Energie und ökologische Verantwortung
Der Erhalt großer Gebäudeteile ist kein Zufall, sondern Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie zur massiven Einsparung von grauer Energie. Durch die Weiternutzung bestehender Strukturen wird die CO2-Bilanz des Projekts im Vergleich zu einem kompletten Neubau erheblich verbessert.
Neben der Dülfer-Villa wird auch ein markantes Loftgebäude an der Lothstraße technisch auf Neubauzustand gebracht. Diese Kombination aus Denkmalschutz und High-Tech-Büros wurde bereits mit dem German Design Award 2026 für exzellente Architektur ausgezeichnet.
Wie es auf der Großbaustelle weitergeht
Aktuell laufen die Vorbereitungen für die zweigeschossige Tiefgarage an der Nymphenburger Straße, die aufgrund der Bodenbeschaffenheit eine spezielle Wasserhaltung benötigt. Zeitgleich werden im denkmalgeschützten Bestand bereits Details wie Stuckdecken und historische Türelemente in enger Abstimmung mit den Behörden restauriert.
Bis zum Jahresende soll die Baugrube fertiggestellt sein, damit der Rohbau im Bestand planmäßig beginnen kann. Für die künftigen Mieter entstehen dabei nicht nur Arbeitsplätze, sondern durch Glasaufzüge und neue Treppenhäuser eine völlig neue Aufenthaltsqualität im Herzen Münchens.
Zusammenfassung
- Vollständiger Rückbau eines 70er-Jahre-Bürokomplexes nach 5 Monaten abgeschlossen
- Denkmalgeschützte Dülfer-Villa von 1898 wird zum Herzstück des neuen Areals
- Nachhaltiges Konzept spart durch Erhalt von Bausubstanz massiv graue Energie
Häufige Fragen
Was passiert beim Projekt HEAVEN in München?
Beim Projekt HEAVEN wird ein ehemaliges Büroareal an der Nymphenburger Straße revitalisiert. Dabei wurden alte Gebäude aus den 1970ern abgerissen, um Platz für moderne Neubauten und die Sanierung einer denkmalgeschützten Villa von 1898 zu schaffen.
Warum wird das Gebäude nicht komplett abgerissen?
Der Entwickler setzt auf den Erhalt von Gebäudeteilen, um graue Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu minimieren. Zudem bleibt die historische Dülfer-Villa als architektonisches Erbe erhalten.
Quelle: Wie Stephan Gries, Senior Projektmanager der Rock Capital Group, gegenüber der Allgemeinen Bauzeitung erläuterte, liegen die Arbeiten voll im Zeitplan.

