Der Frust an der Zapfsäule wächst
Viele Autofahrer in Deutschland rieben sich am Wochenende verwundert die Augen, als sie die Preistafeln der Tankstellen erblickten. Trotz der staatlich verordneten Steuersenkung kletterten die Preise für Diesel und Benzin vielerorts sogar wieder nach oben.
Die Hoffnung auf eine sofortige Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter ist für viele Pendler und Handwerker erst einmal verflogen. Experten beobachten die Entwicklung mit großer Sorge und mahnen die Mineralölkonzerne zur Transparenz.
Kartellamt schlägt Alarm wegen Preissteigerungen
Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass Diesel am Samstagnachmittag im Schnitt 2,15 Euro kostete und damit teurer war als am Vortag. Auch bei Super E10 zeigt die Kurve mit einem Anstieg auf 2,05 Euro pro Liter in die völlig falsche Richtung.
Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes, stellte unmissverständlich klar, dass die Konzerne lediglich als Treuhänder der Entlastung fungieren sollten. Er betonte in Berlin, dass die Milliardensummen für die Kunden bestimmt seien und nicht in den Taschen der Ölmultis landen dürften.
Besonders auffällig sind derzeit die regionalen Unterschiede, die Autofahrer massiv verunsichern. Während im Süden Deutschlands teilweise günstigere Preise herrschen, müssen Fahrer in Mittel- und Norddeutschland deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Warum die Senkung nur verzögert wirkt
Die Branche rechtfertigt die schleppende Weitergabe damit, dass in vielen Tanks noch alter, teuer versteuerter Kraftstoff lagert. Erst wenn dieser abverkauft ist, soll die Steuersenkung, die beim Verlassen der Raffinerie greift, voll durchschlagen.
Der ADAC lässt dieses Argument nur bedingt gelten und fordert eine sofortige Preisanpassung an allen Stationen. Da die Rohölpreise zuletzt gesunken sind, gebe es laut dem Automobilclub ohnehin genug Spielraum für deutliche Senkungen.
Politiker kritisieren unterdessen, dass einige Tankstellenbetreiber die Preise kurz vor dem Stichtag künstlich angehoben haben könnten. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die staatliche Hilfe durch strategische Preiserhöhungen im Keim erstickt wird.
Tricks für betroffene Autofahrer
In dieser unübersichtlichen Phase ist der gezielte Vergleich über Spritpreis-Apps laut Experten wichtiger denn je. Die Preiskurven variieren momentan so stark, dass sich der Umweg zur nächsten freien Tankstelle oft binnen Sekunden bezahlt macht.
Wer clever tankt, kann laut Marktbeobachtern trotz der aktuellen Verwirrung mehrere Euro pro Tankfüllung sparen. Es bleibt abzuwarten, ob der Druck der Behörden ausreicht, um die Konzerne zur vollen Weitergabe des Rabatts zu zwingen.
Zusammenfassung
- Diesel und Benzin wurden trotz Steuersenkung am zweiten Tag teurer
- Bundeskartellamt fordert volle Weitergabe der Entlastung an Verbraucher
- Regionale Preisunterschiede von bis zu 7 Cent pro Liter beobachtet
Häufige Fragen
Warum ist Sprit trotz Tankrabatt so teuer?
Die Mineralölkonzerne geben die Steuersenkung oft zeitversetzt weiter, da sie erst ihre alten, teurer versteuerten Vorräte abverkaufen wollen. Zudem schwanken die Preise durch regionale Unterschiede im Großhandel.
Wann sinken die Benzinpreise endlich?
Laut ADAC und Kartellamt besteht durch gesunkene Rohölpreise sofortiger Spielraum für Senkungen. Autofahrer sollten Spritpreis-Apps nutzen, um gezielt günstige Tankstellen anzusteuern.
Quelle: Wie das Bundeskartellamt mitteilte, kostete Diesel im Schnitt 2,15 Euro pro Liter. Kartellamts-Präsident Andreas Mundt betonte: „Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten.“

