Stellen Sie sich eine Fabrikhalle vor, in der tonnenschwere Stahlbauteile wie von Geisterhand bewegt und mit höchster Präzision verschweißt werden. Im österreichischen Telfs ist dieses Szenario bei Liebherr längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern hochproduktiver Alltag.
Ein Quantensprung für die Baumaschinen-Produktion
Das Werk in Tirol hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und will die Fertigung auf über 3.000 Geräte pro Jahr steigern. Um dieses enorme Volumen trotz des grassierenden Fachkräftemangels zu bewältigen, setzt das Unternehmen konsequent auf radikale Automatisierung.
Im Zentrum dieser Strategie steht eine neue autonome Fertigungszelle, die speziell für die Produktion von Laufrollenrahmen für Planierraupen entwickelt wurde. Die von Yaskawa konzipierte Anlage übernimmt erstmals sämtliche Prozessschritte vom ersten Handgriff bis zur finalen Ausschleusung des Bauteils.
Drei Roboter für ein Halleluja im Stahlbau
Das Herzstück der Anlage bilden drei spezialisierte Motoman-Industrieroboter, die auf einer Fläche von rund 22 mal 8 Metern perfekt zusammenarbeiten. Während ein Handlingroboter die schweren Einzelteile präzise positioniert, übernehmen zwei Schweißroboter die hochenergetischen Fügeprozesse in Rekordzeit.
Besonders beeindruckend ist die Flexibilität des Systems, das einen bunten Strauß an Komponenten von Laserschnittteilen bis hin zu massiven Gussteilen verarbeitet. Durch die intelligente Vorpufferung kann die Anlage in der dritten Schicht sogar komplett mannlos betrieben werden.
Präzision trifft auf enorme Produktivitätssteigerung
Die Ergebnisse der Modernisierung sind laut Projektleiter Jürgen Vizvary mehr als beeindruckend und übertreffen die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Die Produktionskapazität in diesem Bereich konnte durch die neuen Automationsmaßnahmen um über 50 Prozent gesteigert werden.
Gleichzeitig erreicht die Anlage eine reproduzierbare Qualität, die bei manueller Fertigung in diesem Maße kaum dauerhaft sicherzustellen wäre. Damit sichert Liebherr nicht nur seinen Standort in Tirol, sondern setzt einen neuen Goldstandard für die gesamte Branche.
Zusammenfassung
- Produktionssteigerung von über 50 Prozent durch autonome Fertigung
- Drei Motoman-Roboter übernehmen Handling und Schweißen vollautomatisch
- Mannloser Betrieb in der Nachtschicht durch intelligentes Zellenlayout möglich
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an der neuen Fertigungszelle bei Liebherr?
Die Anlage fertigt komplexe Bauteilgruppen wie Laufrollenrahmen vollautomatisch, inklusive Handling, Heften und Schweißen, ohne dass ein menschlicher Eingriff nötig ist.
Wie viel Produktivität gewinnt man durch Schweißroboter im Stahlbau?
Im konkreten Fall des Liebherr-Werks in Telfs konnte die Produktionsleistung durch die Yaskawa-Anlage um mehr als 50 Prozent gesteigert werden.

