StartNewsLegionellen-Falle im Boiler? Warum diese Technik Ihr Wasser rettet

Legionellen-Falle im Boiler? Warum diese Technik Ihr Wasser rettet

Stellen Sie sich vor, das entspannende Bad am Abend könnte für Ihre Gesundheit zur ernsthaften Bedrohung werden. In vielen deutschen Haushalten vermehren sich gefährliche Legionellen unbemerkt in großen Warmwasserspeichern.

Diese mikroskopisch kleinen Bakterien fühlen sich in stehendem Wasser zwischen 20 und 55 Grad besonders wohl. Werden sie beim Duschen eingeatmet, drohen schwere Lungenentzündungen oder das gefährliche Pontiac-Fieber.

Die unsichtbare Gefahr im 400-Liter-Tank

Besonders riskant sind große Anlagen in Mehrfamilienhäusern, die oft mehr als 400 Liter Wasser vorhalten müssen. Je verzweigter das Leitungssystem dort ist, desto eher bilden sich gefährliche Biofilme an den Rohrinnenwänden.

Während für solche Großanlagen strenge gesetzliche Kontrollpflichten gelten, wiegen sich Eigenheimbesitzer oft in trügerischer Sicherheit. Experten warnen jedoch, dass auch kleine Speicher in Ein- und Zweifamilienhäusern ein Risiko darstellen können.

Um die Erreger effektiv abzutöten, müsste das Wasser im gesamten System dauerhaft auf über 60 Grad erhitzt werden. Viele moderne Heizsysteme arbeiten jedoch aus Effizienzgründen mit deutlich niedrigeren Temperaturen im Vorlauf.

Das Wasserkocher-Prinzip für Ihr Badezimmer

Hier kommt die Frischwasserstation ins Spiel, die das Trinkwasser nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers erwärmt. Im Gegensatz zum klassischen Boiler wird das Wasser zur Körperpflege hier nicht auf Vorrat gelagert.

Das System nutzt die Wärme aus einem Pufferspeicher, um das frische Leitungswasser erst im Moment des Gebrauchs zu erhitzen. So haben Legionellen keine Zeit, sich in Ruhe zu vermehren oder gefährliche Konzentrationen zu erreichen.

Die Trennung der Wasserkreisläufe erfolgt dabei über einen hocheffizienten Plattenwärmetauscher aus Edelstahl. Das Heizungswasser gibt seine Energie an das Trinkwasser ab, ohne dass sich beide Flüssigkeiten jemals vermischen.

Warum Kaltwasser oft zum Problemfall wird

Ein oft unterschätztes Risiko lauert zudem in den Kaltwasserleitungen, die sich unbemerkt auf über 20 Grad erwärmen können. Dies geschieht häufig dort, wo Rohre neben Fußbodenheizungen oder ungedämmten Warmwasserleitungen verlegt wurden.

Um dieses Risiko zu minimieren, sollte die Kaltwassertemperatur an jeder Zapfstelle konstant unter 15 Grad Celsius liegen. Eine fachgerechte Isolierung durch den Handwerksmeister ist hier die einzige dauerhafte Lösung gegen Bakterienwachstum.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Frischwasserstation zudem ideal mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach kombinieren. So wird das Wasser hygienisch einwandfrei und gleichzeitig extrem kostengünstig durch die Kraft der Sonne erwärmt.

Zusammenfassung

  • Legionellen vermehren sich besonders stark zwischen 20 und 55 Grad Wassertemperatur.
  • Die Frischwasserstation verhindert stehendes Warmwasser durch das Durchlaufprinzip.
  • Fachgerechte Isolierung von Kaltwasserleitungen ist für die Hygiene unerlässlich.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur sterben Legionellen sicher ab?

Legionellen sterben bei Temperaturen über 60 °C zuverlässig ab; eine kurzzeitige Erhitzung auf 70 °C im Rahmen einer Legionellenschaltung tötet die Erreger ebenfalls effektiv.

Was ist der Vorteil einer Frischwasserstation gegenüber einem Boiler?

Eine Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser erst im Moment des Verbrauchs über einen Wärmetauscher, wodurch kein warmes Wasser gelagert wird und Legionellen keine Vermehrungsgrundlage finden.

Quelle: Wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt, gelten für Großanlagen in Mehrfamilienhäusern besondere gesetzliche Vorschriften zur Legionellenprüfung.

AUCH INTERESSANT

MEISTEGELESEN