StartNewsMega-Projekt FAIR: So entsteht Deutschlands gigantische Zeitmaschine

Mega-Projekt FAIR: So entsteht Deutschlands gigantische Zeitmaschine

In Darmstadt-Wixhausen entsteht derzeit ein Bauwerk, das die Grenzen des menschlichen Wissens verschieben soll. Das internationale Forschungsprojekt FAIR nutzt gigantische Betonmassen, um die Geburtsstunde unseres Universums technisch nachzubilden.

Beton für acht Fußballstadien

Die Dimensionen dieser Baustelle sind so gewaltig, dass herkömmliche Maßstäbe für Bauherren und Ingenieure kaum noch ausreichen. Für den Anlagenkomplex wurden bereits 600.000 Kubikmeter Beton verbaut, was der Masse von acht Bundesliga-Stadien entspricht.

Besonders beeindruckend ist der Einsatz von 65.000 Tonnen Stahl innerhalb der massiven Konstruktionen. Damit ließe sich der Pariser Eiffelturm gleich neunmal komplett neu errichten.

Ein Ringtunnel in 24 Metern Tiefe

Das Herzstück der Anlage bildet der zentrale Ringbeschleuniger SIS100 mit einem Umfang von 1,1 Kilometern. Dieser Tunnel wurde in einer Tiefe von bis zu 24 Metern unter der Erdoberfläche realisiert.

Rund zwei Millionen Kubikmeter Erde mussten für das gesamte Aushub-Areal bewegt werden. Das entspricht etwa dem Volumen von 5.000 Einfamilienhäusern einer kompletten Kleinstadt.

Präzision durch modernste 3D-Steuerung

Um die komplexen Rohrleitungssysteme und Kabelleerrohre fehlerfrei zu verlegen, setzten die Bauteams auf digitale Planungstools. Ohne ein exaktes 3D-Modell wäre die Koordination der tausenden Leitungsmeter unmöglich gewesen.

Besonderes Augenmerk liegt zudem auf der bodenschonenden Modellierung des Geländes nach dem Tunnelbau. Mit Cat-Raupen und Longreach-Baggern wird der wertvolle Oberboden schichtweise wieder aufgetragen.

Countdown für die Wissenschaft

In Spitzenzeiten koordinierten über 20 Bauleiter gleichzeitig die verschiedenen Gewerke auf dem 20 Hektar großen Feld. Mehr als 1.000 Menschen arbeiteten täglich daran, dieses technologische Wunderwerk termingerecht fertigzustellen.

Ab dem Jahr 2027 sollen hier die ersten Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Dann beginnt für bis zu 3.000 Forscher aus aller Welt die Jagd nach den Geheimnissen der Materie.

Zusammenfassung

  • 600.000 Kubikmeter Beton und 65.000 Tonnen Stahl verbaut
  • Zentraler Ringbeschleuniger liegt 24 Meter unter der Erde
  • Zwei Millionen Kubikmeter Erdbewegungen für das Mega-Areal

Häufige Fragen

Was wird beim Projekt FAIR in Darmstadt gebaut?

Es entsteht eine internationale Beschleunigeranlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen, um die Entwicklung des Universums im Labor nachzustellen.

Wie groß ist der Teilchenbeschleuniger SIS100?

Der zentrale Ringbeschleuniger hat einen Umfang von 1,1 Kilometern und liegt in einer Tiefe von bis zu 24 Metern.

Quelle: Zitate und Projektdaten basierend auf dem Bericht von Tilman Prast (Strabag) im Baublatt (November 2025).

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