Eigentlich müssten die Auftragsbücher der Heizungs- und Sanitärbetriebe prall gefüllt sein, doch die Realität auf Deutschlands Baustellen sieht plötzlich ganz anders aus. Ein gefährlicher Mix aus politischer Unsicherheit und finanzieller Zurückhaltung bremst eine der wichtigsten Branchen des Landes massiv aus.
Das SHK-Handwerk blickt auf ein Jahr 2025 zurück, das zwar auf hohem Niveau endete, aber deutliche Risse in der Wachstumsfassade zeigt. Mit einem Branchenumsatz von 59,1 Milliarden Euro bleibt die Lage zwar stabil, doch der Schwung der vergangenen Jahre ist endgültig verflogen.
Der Investitionsstau und seine Folgen
Rund 48.000 Betriebe kämpfen derzeit gegen eine spürbare Abkühlung der Nachfrage bei Sanierungen und Neuinstallationen. ZVSHK-Präsident Michael Hilpert warnt davor, dass fehlende verlässliche Rahmenbedingungen die dringend notwendigen Investitionen der Bürger blockieren.
Viele Hausbesitzer schieben die Modernisierung ihrer Heizung oder des Badezimmers derzeit auf die lange Bank. Solange die Regeln des Gebäudeenergiegesetzes und die künftigen Förderungen als unklar wahrgenommen werden, herrscht Stillstand in den Köpfen der Planer.
Aktuell wird das Geschäft fast ausschließlich durch den Gebäudebestand und notwendige Reparaturen am Leben erhalten. Das lukrative Neugeschäft mit modernen Heizsystemen bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen der Experten zurück.
Fachkräfte zwischen Hoffnung und Risiko
Trotz der wirtschaftlichen Eintrübung gibt es bei den Nachwuchszahlen einen kleinen Lichtblick zu vermelden. Die Zahl der Auszubildenden zum Anlagenmechaniker SHK stieg im Jahr 2025 leicht um 0,8 Prozent auf insgesamt 40.770 Registrierungen an.
Dennoch bleibt der Fachkräftemangel das strukturelle Hauptrisiko, das zukünftiges Wachstum dauerhaft behindern könnte. Fast jeder zweite Betrieb berichtet weiterhin von offenen Stellen, die trotz der leichten Entspannung am Arbeitsmarkt nicht besetzt werden können.
- Umsatz stagniert bei 59,1 Milliarden Euro
- 48.000 Fachbetriebe beschäftigen 390.000 Mitarbeiter
- Investitionsstau durch politische Unsicherheit beim GEG
Besonders stabil zeigt sich glücklicherweise das klassische Kundendienst- und Wartungsgeschäft der Handwerksbetriebe. Diese regelmäßigen Einnahmen sichern das Überleben vieler Betriebe, während Großprojekte im Wohnungsbau immer seltener werden.
Warten auf den Befreiungsschlag
Die Branche hofft nun auf klare Signale aus der Politik, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Nur wenn Hausbesitzer wieder Planungssicherheit haben, wird sich die angestaute Nachfrage in echten Aufträgen entladen.
Bis dahin müssen sich Handwerker und Kunden gleichermaßen auf eine Phase der Konsolidierung einstellen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Heizungswende ohne neuen Wachstumsschub überhaupt gelingen kann.
Zusammenfassung
- Umsatzrückgang auf 59,1 Milliarden Euro im Jahr 2025
- Politische Unsicherheit bremst Investitionen in Heizung und Bad
- Leichtes Plus bei Azubis, aber Fachkräftemangel bleibt Risiko
Häufige Fragen
Wie ist die aktuelle Lage im SHK-Handwerk?
Die Branche ist mit 59,1 Milliarden Euro Umsatz stabil, leidet aber unter rückläufigen Aufträgen und einem Investitionsstau durch politische Unsicherheit.
Gibt es genug Nachwuchs bei den Anlagenmechanikern?
Die Ausbildungszahlen stiegen 2025 leicht um 0,8 % auf über 40.000 Azubis, dennoch kann jeder zweite Betrieb seine offenen Stellen nicht besetzen.
Quelle: Wie ZVSHK-Präsident Michael Hilpert gegenüber dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) erklärte, fehlt es aktuell an verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

