Architektur kann auch ohne großes Ego und Milliardenbudgets gelingen, wenn man den Mut hat, radikal umzudenken. Der aktuelle Rückblick auf die besten studentischen Projekte des Jahres 2025 beweist eindrucksvoll, dass die Zukunft des Bauens in der Gemeinschaft und im Bestand liegt.
Diese jungen Talente machen sich die Hände schmutzig und setzen dort an, wo andere längst aufgegeben haben. Sie verwandeln vergessene Ruinen in lebendige Orte und beweisen, dass minimalinvasives Bauen die Antwort auf die Ressourcenkrise ist.
Experimente im ländlichen Raum
In Deutschland zeigt das Reallabor für nachhaltige Tektonik in Jena, wie man einen alten Kuhstall schrittweise in einen modernen Experimentierraum verwandelt. Studierende der Bauhaus-Universität Weimar nutzen das Gelände der Domäne Dornburg, um die Grenzen der Umbaukultur neu auszuloten.
Ähnlich mutig agierten angehende Architekten im portugiesischen Dorf Casa Branca, wo sie leerstehende Gebäude aus ihrem Dornröschenschlaf wachküssten. Durch den Einsatz lokaler Materialien wie Kork und Lehm schufen sie nachhaltige Räume für die lokale Gemeinschaft.
Auch in Italien entstanden beeindruckende Mikro-Utopien am Mittelmeer, die weit über reine Bauplanung hinausgehen. Ein leerstehendes Nonnenhaus in Kalabrien wurde zu einer kollektiven Plattform für Bildung und soziale Praxis umgestaltet.
Frischer Wind durch junge Gründer
Der Sprung vom Studium in das eigene Büro gelingt oft durch eine klare architektonische Haltung und technisches Know-how. Die Supertype Group aus Deutschland etwa kombiniert Berliner Chic mit tropischen Einflüssen in ihrem markanten Wintergartenhaus.
Besonders inspirierend ist die Geschichte des dänischen Duos Slaatto Morsbøl, das seine Karriere als Ziegelreinigerinnen begann. Heute führen sie ein preisgekröntes Büro und setzen neue Maßstäbe in der skandinavischen Materialkultur.
Dass Architektur auch den Spagat zwischen Familie und Selbstständigkeit meistern kann, zeigt das Studio Palermo. Ihre Arbeit beweist, dass persönliche Freiheit und professioneller Anspruch kein Widerspruch sein müssen.
Saunakultur als sozialer Klebstoff
Überraschenderweise hat sich die Sauna als ideales DesignBuild-Projekt für Studierende etabliert, um Materialkreisläufe im Kleinen zu testen. In Brüssel realisierten 30 Masterstudierende eine charmante Wellnesskabine mit Schindelfassade direkt für eine lokale Brauerei.
An der TU Wien wagten angehende Planer das Experiment mit extremen Temperaturen in einer selbstgebauten Sauna unter dem Namen „Architecture After Comfort“. Dieses Projekt forderte die Teilnehmenden heraus, ihre eigene Komfortzone physisch und planerisch zu verlassen.
Den Abschluss dieser Bewegung bildet eine farbenfrohe Pop-up-Sauna auf dem Campus der TU Delft. Gefertigt aus geliehenen und wiederverwendeten Materialien, dient sie als wärmender Treffpunkt während der nasskalten Jahreszeit.
Zusammenfassung
- Fokus auf Ressourcenschonung und Bauen im Bestand
- Erfolgreiche DesignBuild-Projekte von Weimar bis Delft
- Nachwuchs-Büros setzen auf lokale Materialien und soziale Relevanz
Häufige Fragen
Was versteht man unter DesignBuild-Projekten?
DesignBuild ist ein Lehrformat in der Architektur, bei dem Studierende ihre Entwürfe nicht nur planen, sondern auch selbst physisch vor Ort realisieren.
Warum ist das Bauen im Bestand so wichtig?
Das Bauen im Bestand schont Ressourcen, reduziert CO2-Emissionen und bewahrt die baukulturelle Identität von Orten, anstatt neue Flächen zu versiegeln.
Quelle: Wie BauNetz CAMPUS zuerst berichtete, setzen die Projekte des Jahres 2025 neue Maßstäbe in der akademischen Architekturwelt.

