Eigentlich sollte das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) endlich Klarheit für deutsche Heizungskeller schaffen. Doch während die Bundesregierung den Entwurf als Erleichterung feiert, formiert sich im Hintergrund ein massiver juristischer Widerstand gegen die neuen Regeln.
Der Knackpunkt der Klimaneutralität
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bereitet bereits intensiv den Rechtsweg vor, um das Gesetz in seiner jetzigen Form zu stoppen. Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz betont dabei, dass man rechtlich absolut nichts unversucht lassen werde.
Hintergrund der Kritik ist die Verpflichtung Deutschlands, bis zum Jahr 2045 vollständig treibhausgasneutral zu wirtschaften. Experten bezweifeln massiv, ob das neue Gesetz genügend Anreize bietet, um dieses gesetzlich verankerte Ziel tatsächlich zu erreichen.
Rechtliche Unsicherheit für Eigentümer
Die Verwaltungsrechtlerin Miriam Vollmer warnt davor, dass das Gesetz in weiten Teilen auf einem sehr unsicheren Boden stehe. Ein Gericht könne Bestimmungen nicht beliebig umdeuten, wenn der Wortlaut des Gesetzes den Klimaschutz nicht mehr ausreichend hergibt.
Besonders kritisch wird gesehen, dass Öl- und Gasheizungen unter bestimmten Auflagen wieder uneingeschränkt installiert werden dürfen. Zwar argumentiert die Regierung mit der Unwirtschaftlichkeit fossiler Brennstoffe, doch ob diese Logik vor Gericht Bestand hat, bleibt völlig offen.
Kritik an der handwerklichen Qualität
Auch der Nationale Normenkontrollrat findet deutliche Worte und bezeichnet den Gesetzestext als in weiten Teilen kaum verständlich. Ratschef Lutz Goebel spricht sogar von einem der handwerklich schwächsten Vorhaben der letzten Jahre.
Trotz dieser vernichtenden Urteile gilt eine Änderung im laufenden parlamentarischen Verfahren als äußerst unwahrscheinlich. Der politische Kompromiss zwischen den Ministerien von Katherina Reiche und Verena Hubertz war schlicht zu mühsam errungen.
Was Bauherren jetzt wissen müssen
Für Hausbesitzer bedeutet diese Situation eine Phase der extremen Rechtsunsicherheit bei anstehenden Sanierungsprojekten. Sollte die Klage der Umwelthilfe Erfolg haben, könnten bereits getroffene Planungen schnell wieder hinfällig werden.
Dennoch hält die Bundesregierung an ihrem Zeitplan fest und möchte das GModG noch vor der Sommerpause verabschieden. Eine erste Überprüfung der Wirksamkeit ist allerdings erst für das Jahr 2030 offiziell vorgesehen.
Zusammenfassung
- Das neue GModG soll das bekannte Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzen.
- Die Deutsche Umwelthilfe bereitet eine Klage wegen mangelndem Klimaschutz vor.
- Experten und der Normenkontrollrat kritisieren die mangelnde Praxistauglichkeit.
Häufige Fragen
Darf ich laut GModG wieder Gasheizungen einbauen?
Ja, das neue Gesetz erlaubt den Einbau von Öl- und Gasheizungen unter bestimmten Auflagen, hebt aber das strikte Betriebsverbot für fossile Heizungen nach 2045 auf.
Warum klagt die Deutsche Umwelthilfe gegen das Heizungsgesetz?
Die DUH sieht das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 gefährdet und kritisiert, dass das Gesetz europarechtliche Vorgaben nicht ausreichend umsetzt.
Quelle: Barbara Metz (DUH) gegenüber t-online: „Wir werden rechtlich nichts unversucht lassen, um das Gebäudemodernisierungsgesetz in seiner jetzigen Form zu stoppen.“

