StartRatgeberEnergieFörder-Falle: Warum viele Sanierer leer ausgehen und wie Sie es retten

Förder-Falle: Warum viele Sanierer leer ausgehen und wie Sie es retten

Der fatale Fehler bei der Sanierungsplanung

Stellen Sie sich vor, Ihre neue Heizung läuft perfekt, aber das versprochene Geld vom Staat bleibt plötzlich aus. Viele Hausbesitzer begehen den Fehler, sich erst nach Abschluss der Bauarbeiten um die finanziellen Zuschüsse zu kümmern.

Die bittere Realität zeigt jedoch, dass die meisten Förderanträge zwingend vor der ersten Auftragserteilung gestellt werden müssen. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, verliert in der Regel den Anspruch auf attraktive Summen von KfW oder BAFA.

Strenge Regeln bei KfW und BAFA

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verfolgt ein striktes zweistufiges Verfahren für alle energetischen Sanierungsprojekte. Ohne eine Reservierung der Mittel vor dem Start der Handwerkerarbeiten gibt es nachträglich keinen Cent zurück.

Ähnlich verhält es sich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das insbesondere den Heizungstausch fördert. Hier dient ein Kostenvoranschlag als Basis für den Antrag, der unbedingt vor der Umsetzung eingereicht werden muss.

Der rettende Joker vom Finanzamt

Haben Sie die Frist für den direkten Zuschuss bereits verpasst, gibt es zum Glück noch einen legalen Ausweg. Der sogenannte Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen kann nämlich auch noch nach Abschluss der Arbeiten geltend gemacht werden.

Dabei werden die Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren direkt von Ihrer Steuerschuld abgezogen. Voraussetzung hierfür ist lediglich eine ausreichend hohe Steuerlast, um die volle Ersparnis ausschöpfen zu können.

Alternative für kleinere Reparaturen

Sollte auch der Steuerbonus für energetische Maßnahmen nicht greifen, bleibt die Absetzbarkeit von Handwerkerkosten als haushaltsnahe Dienstleistung. Hierbei erstattet das Finanzamt 20 Prozent der reinen Arbeits- und Fahrtkosten zurück.

Beachten Sie jedoch, dass bei diesem Modell die Materialkosten komplett unberücksichtigt bleiben und die Obergrenze bei 1.200 Euro pro Jahr liegt. Für große Sanierungsvorhaben ist dies oft nur ein schwacher Trost im Vergleich zu den vollen Zuschüssen.

Regionale Unterschiede und Fristen

Neben den Bundesprogrammen bieten auch viele Bundesländer eigene Fördertöpfe für Photovoltaik oder Ladesäulen an. Hier gilt oft das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, da die Budgets häufig streng limitiert sind.

Informieren Sie sich daher immer tagesaktuell über die spezifischen Antragsplattformen Ihrer Region, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Eine sorgfältige Vorbereitung ist der einzige Weg, um die maximale finanzielle Unterstützung für Ihr Zuhause zu sichern.

Zusammenfassung

  • Die meisten Zuschüsse müssen zwingend vor der Auftragserteilung beantragt werden.
  • Der Steuerbonus dient als nachträgliche Alternative, falls Fristen verpasst wurden.
  • Handwerkerkosten können zumindest teilweise über die Einkommensteuer abgesetzt werden.

Häufige Fragen

Kann man BAFA-Zuschüsse nachträglich beantragen?

Nein, BAFA-Zuschüsse für energetische Sanierungen müssen grundsätzlich vor der Auftragserteilung beantragt werden. Eine nachträgliche Beantragung ist nur über den Steuerbonus möglich.

Was tun, wenn die KfW-Förderung verpasst wurde?

Wenn der KfW-Antrag zu spät gestellt wurde, können Eigentümer die Sanierungskosten gemäß § 35c EStG über drei Jahre verteilt steuerlich absetzen.

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